KETAAKETI e.V.
KETAAKETI e.V.

Aktuelles aus Projekten in Nepal

Lockdown in Nepal

27.07.2020 In Nepal wird der seit vier Monaten andauernde Lockdown erstmals wieder gelockert, aber niemand weiß wie lange. Die Ausgangssperren und Schließungen der Geschäfte sind nun – zumindest für den Moment – Vergangenheit. Von Normalität ist das Land noch weit entfernt: Schulschließungen (für die allermeisten ohne die Möglichkeit des Online-Unterrichts), extreme Arbeitslosigkeit, kein Tourismus, Rückkehr und damit ausfallende finanzielle Unterstützung von im Ausland beschäftigten Familienangehörigen, Hunger (insbesondere in den Städten), psychische Folgen der monatelangen Isolation, die große Sorge um die Zukunft - und dazu die Angst vor einer Infektion bei ständig steigenden Infektionszahlen (derzeit ca. 18.000 Infizierte) lassen die Menschen in ihrem Alltag um das tägliche Überleben kämpfen.

 

Die vielen Mikrofinanzierungen der Frauen laufen weiter, auch wenn in den vergangenen Monaten kaum Handel betrieben werden konnte. Die Ernährungssituation in den Dörfern scheint (im Gegensatz zu der in den Städten) noch akzeptabel zu sein. Viele Familien versorgen sich dort selbst und helfen sich untereinander. Bedroht wird die Ernte derzeit durch große Heuschreckenschwärme, die für Nepal ungewöhnlich sind. Die Regierung bezahlt Bauern pro gefangenen Kilogramm Insekten. Diese werden dann an Hühner oder Fische verfüttert. Ziel ist, das Versprühen von giftigen Wirkstoffen zu vermeiden und die Ernte, und damit Lebensgrundlage der Menschen, zu retten.

 

Ungewöhnlich starker Monsunregen führte zu großen Überschwemmungen im Nordwesten des Landes. Viele Menschen gelten noch als vermisst, Dutzende Häuser wurden weggespült, Brücken und Straßen sind zerstört. Unser Partner SPOWC hat Kontakt zu Projektleitern in der Region aufgenommen, um hier in dieser großen Not zu unterstützen - immer mit dem Ziel und Wunsch daraus langfristige Unterstützung durch z.B. Mikrofinanzierung zum Wiederaufbau der Existenz entstehen zu lassen.

 

Foto: Die tägliche Schulmahlzeit fällt weg. Viele Familien und Kinder leiden Hunger. Einige bekommen von staatlicher Seite nun Lebensmittel und warme Mahlzeiten. Aber das reicht bei Weitem nicht aus.

KETAAKETI Projekreise in Nepal

Wir reisen regelmäßig nach Nepal und besuchen dort unsere autonom arbeitenden Partnerorganisationen SPOWC und CDSN. Der Besuch in den Schulen und Mikrofinanzierungsprojekten zeigt stets die wunderbare Initiative der Menschen vor Ort und die Früchte derer Arbeit.

Lesen Sie mehr über die Projektreise Sept. 2019

Ein weiterer Partner im Westen Nepals: CDSN

Im Westen Nepals liegt die Stadt Pokhara, in der Nähe des Annapurna Bergmassivs. Die Region ist touristisch sehr gut erschlossen und dennoch gibt es viele arme Familien, die in den Slums der Stadt oder in kleinen Bergdörfern leben. Seit dem Herbst diesen Jahres gibt es dort eine durch KETAAKETI initiierte, neu gegründete gemeinnützige Organisation, die Schulkinder der ärmsten Familien in diesem Teil Nepals unterstützen wird. Sie wird geleitet von Khem Adhikari.


Fünf Projekte an sehr kleinen staatlichen Schulen (meist nur ca. 25 Schüler) sind geplant und werden mit Beginn des neuen Schuljahres 2019 gestartet. Die meisten Kinder besuchen in der Region Pokhara private Schulen; wer sich den finanziellen Aufwand nicht leisten kann, dem bleibt die staatliche Schule. Diese sind sehr schlecht ausgestattet, was Lehrer und Schulmaterial angeht. Hier plant CDS Nepal die Unterstützung durch Schuluniformen, Schulmaterial für die Kinder und Mikrofinanzierungen für die Schülerfamilien, die kaum Einkommen haben, um den weiteren Schulbesuch zu stabilisieren. Wir freuen uns über diesen neuen Partner und auf die zukünftige Zusammenarbeit!


Nachfolgend ein Auszug aus einem Schreiben, das Khem Adhikari uns geschickt hat (ins Deutsche übersetzt):
„Child Development Society Nepal“ (CDS NEPAL) ist eine gemeinnützige … neu gegründete Organisation mit dem Ziel, die schulischen und anderen Aspekte armer Kinder Nepals anzu-heben … und den wirtschaftlichen Status armer Frauen voranzubringen, was der Entwicklung der Kinder zugutekommt. In Nepal ist der Zustand der armen Kinder derzeit erbärmlich …. CDS NEPAL versucht sein Bestes, um ihren Zustand zu verbessern und sie zu einer selbstständigen und produktiven Kraft für ihr Land zu machen.

Ich bin Khem Raj Adhikari und der Vorsitzende der CDS Nepal. Ich bin Lehrer und arbeite seit 30 Jahren im Bildungsbereich. Ich hatte immer wieder über den Zustand armer Kinder nachgedacht … war aber nicht in der Lage, meine Gedanken produktiv umzusetzen. Glücklicherweise traf ich 2007 eine warmherzige, soziale Frau aus Deutschland namens Anneli-Sofia Räcker, die sich auch dafür interessierte, die armen Kinder Nepals zu unterstützen und ihren Zustand zu verbessern. Also beschlossen wir, verschiedene Programme wie Bildung für arme Kinder, Mikro-finanzierung usw. durchzugehen. Zu Beginn unterstützte Anneli 60 Kinder in Naudanda und auch die Mikrofinanzierung von Müttern. Anneli nimmt den Zustand der armen Kinder Nepals wirklich sehr ernst; sie ist immer bestrebt, sie zu unterstützen und ihren Zustand zu verbessern.


Nun motivierte uns Anneli, unter meiner Führung die neue NGO zu gründen. Diese hat 7 Mitglieder, alle sind soziale und gebildete Persönlichkeiten. Ich hoffe, dass ich und mein Team unsere Ziele voll erreichen werden. Alle Vorstandsmitglieder haben sich verpflichtet, unsere Organisation durch die Unterstützung von Anneli und KETAAKETI Deutschland effektiv zum Wohle armer Kinder und Mütter weiterzuentwickeln“. (Khem Adhikari)

Eindrücke der ersten Schulbesuche in ärmsten Dörfer in der Region Pokhara von Khem Adikhari, dem Leiter der neuen landeseigenen Organisation CDS Nepal

Neue Mikrofinanzierungen in Baglung

In der Region Baglung, im westlicheren Hochgebirge Nepals initiierte unsere Partnerorganisation SPOWC bereits 2010 und 2012 Social Classes, die als Schulgewöhnungsklassen wesentlich zum späteren Schulbesuch in der örtlichen
Grundschule beitragen. Baglung war einer der ersten Orte in Richtung
des sehr abgelegenen Westens in Nepal, die SPOWC unterstützen konnte.
Der Schulleiter ist KETAAKETI und natürlich auch SPOWC bestens bekannt und engagiert sich sehr in der Förderung der Dalitkinder.


Die Menschen hier leben in großer Abgeschiedenheit von jeglicher Infrastruktur und weit unterhalb der Armutsgrenze. Es sind vorwiegend Dalit (niedrigste Kaste Nepals), die nach wie vor starke soziale Ausgrenzung erleben müssen. Viele
arbeiten hier als Tagelöhner oder Feldarbeiter und besitzen kein eigenes Land. Umso erfreulicher ist es, dass sich eine Gruppe von zehn Frauen in einer Kooperative zusammen geschlossen hat und nun in diesem Monat jeweils 100 Euro
für eine Mikrofinanzierung erhalten hat. Vorwiegend für Tierzucht, vereinzelt auch für Saatgut, je nachdem welche Möglichkeiten die Frauen und deren Familien mitbringen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und berichten gerne über
weitere Entwicklungen!

Stand Dezember 2018

Zwei erfolgreich laufende Social Classes und 10 neue Mikrofinanzierungen für Frauen im abgelegenen Baglung, Nepal

Neue Projekte im Terai
Im Süden des Landes, dem Terai, plant unsere langjährige Partnerorganisation SPOWC fünf neue Projekte; die Umsetzung soll ab April 2019 beginnen. SPOWC besuchte bereits die Schulen, deren Unterstützungsschwerpunkte unterschiedlich sind.
In der Region dieser neuen SPOWC-Projekte leben vorwiegend die Volksgruppen Madeshi, die eng mit der nordindischen Kultur verbunden sind und die Musahar, eine der niedrigsten Kasten (Dalit) in Nepal. Kaum eine Familie besitzt eigenes Land, sondern lebt vorwiegend von Feldarbeit und als Tagelöhner. Die Alphabetisierungsrate ist niedrig und gerade Mädchen gehen mitunter noch nicht einmal kontinuierlich durch die Grundschulzeit - aus ökonomischen und sozialen Gründen. Auch die Gesundheitssituation ist schwierig aufgrund des schlechten Zugangs zum Gesundheitswesen (räumlich und finanziell), die Kindersterblichkeit ist hoch und Alkoholismus unter Männern problematisch. Schule bietet hier einen Schutzraum, insbesondere für die Mädchen, und gibt ihnen eine Chance, aus dem gesellschaftlichen Dilemma zu entkommen.
Bei den neuen SPOWC-Projekten wird es um die Etablierung von mindestens zwei neuen Social Classes (Schulgewöhnungsklassen) gehen, die - wie üblich - den staatlichen Schulen ange-gliedert sein werden, um einen guten Übergang dorthin zu ermöglichen. Andere Schulen benötigen zunächst vor allem neue Schuluniformen für die Dalit-Schüler, anteilige Finanzierung eines Lehrergehalts sowie Schulmaterial und -ausstattung. Begleitend sind zunächst 20 Mikrofinanzierungen für die Schülerfamilien geplant. Nach ersten Erfahrungen könnte die Zahl der unterstützten Frauen und Familien noch erhöht und so auch der Schulbesuch nachhaltig stabilisiert werden.

Spendenkonto
(Donation Account)

Oldenburgische Landesbank
IBAN:

DE46 2802 0050 9606 7277 00

BIC/SWIFT: OL BODEH 2XXX

Interview vom 18.4.2020 bei Radio Cosmo über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in unseren Partnerländern

Das ZDF berichtet über KETAAKETI

(Starten Sie den Film und bewegen Sie den Schieberegler zur 38. Minute)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© KETAAKETI