KETAAKETI Gesellschaft zur Unterstützung der Grund-Schul-Bildung ärmster Kinder und deren Eltern in Nepal und weltweit e.V.
KETAAKETIGesellschaft zur Unterstützung der Grund-Schul-Bildung ärmster Kinder und deren Eltern in Nepal und weltweit e.V.

Blog der Sierra Leone - Reise 2019

06.03.2019

Vorfreude

A.-S. Räcker:

Albert Rohloff ist viel beschäftigt mit Filmideen und jeder Menge Fotos. Wir treffen uns schon früh morgens mit unseren Plänen und Ideen. Das Motto des Films könnte evtl. sein: "10 Minuten bis Kabala". Viele kleine Dinge ergeben sich hier, über die wir uns dann einfach zusammen amüsieren, z.B. wenn Albert aus dem Auto rast, um ein Foto zu machen, fällt zunächst seine Wasserflasche, dann sein Hut raus und dann wird ein Foto gemacht. Yembeh muss sich erstmal dran gewöhnen, dass wir für die Bilder ganz schnell mal anhalten müssen.

Ein ausführlicher Film- und Fotobericht folgt aus Deutschland durch Albert Rohloff.

Tagebuch Salone Teil 4

A. Rohloff:

Heute will ich einfach mal plaudern. Über uns, unsere Reise, unsere kleinen Freuden und kleinen Molesten. Wir waren die ganze Tour über zu viert. Anneli-Sofia Räcker, Gründerin und nimmermüder Spiritus Rector von Ketaaketi, Uta Kontantinovic, die alles organisiert, dass bei Ketaaketi etwas mit Sierra Leone zu tun hat, der stets gut gelaunte Yembeh Mansarey Leiter der NGO Mindokatie Salone (= Wir bringen Sierra Leone vorwärts)...

06.03.2019

Tourismus, der den Menschen zugute kommt

A.-S. Räcker:

In den Gesprächen mit den Dorfbewohnern und den NGOs wird auch über das Thema Tourismus nachgedacht. Tourismus, der den Ärmsten zugute kommen soll - mit Menschen, die an der Kultur und dem Alltagsleben der Menschen interessiert sind. Zum Beispiel könnte man als Tourist handwerkliche Fähigkeiten der Dorfbewohner lernen. Die Gäste könnten in ganz einfachen Gästehäusern direkt im Dorf untergebracht werden. Es hat hier vor dem Bürgerkrieg und der Ebola-Epidemie Tourismus gegeben, so dass man auf ein paar Grundstrukturen zurückgreifen kann. Yembehs Idee ist, ein Auto für etwa 10 Personen zu organisieren und dieses dann für Touristengruppen zu nutzen. Es soll auch versucht werden, für dieses Vorhaben bei der Regierung um Unterstützung zu werben.

Wir wollen andere Organisationen ansprechen, um unsere Ideen weiterzugeben, mit dem Ziel, dass die Dörfer, die wir unterstützen, auch davon profitieren.

05.03.2019

Sport und Technik

A-S. Räcker:

Wir wurden Zeuge eines Sportfestes, bei dem Kinder nicht in schicken Marken-Turnschuhen, sondern auf Socken durch den Dreck und über die Steine laufen. Aber dabei sind sie sehr schnell und engagiert und wurden angefeuert von der ganzen Gemeinde.

Wir besuchten das Büro unserer Partner NGOs. Es ist beeindruckend zu sehen, was da entstanden ist: Selbstgebaute Möbel, 5 Zimmer - einfach, aber sehr schön. Dort wird schon die Arbeit gestartet, allerdings fehlen noch PC und Laptop.

05.03.2019

Geschenke, Sicherheit und Gastfreundschaft

A.-S. Räcker:

Bei all unseren Besuchen bekommen wir ganz herrliche Geschenke überreicht. Tomaten, Kohl, Ananas und immer wieder lebende Hühner. Dieses Geschenk ist für uns schwierig zu ertragen, aber wir müssen aus Höflichkeit die Hühner annehmen. Sie sind zusammen gebunden und es tut uns immer weh dies anzusehen. Aber wir denken, dass diese Tiere bis dahin gut gelebt haben, anders als so manche Tiere bei uns Zuhause. Wir bekommen auch wunderschöne bunte Kola-Nüsse, die wir auch mitbringen werden.

 

Bei jedem Gespräch, jeder Verhandlung geben sich die jeweiligen NGO Leitungen, also ich für KETAAKETI und Yembeh und Usman für die NGOs aus Sierra Leone, einen rituellen Händerdruck. Eine sehr schöne Geste, sozusagen als Sicherheit für die Umgebung. Sicherheit geben ist bei der wahnsinnigen Fülle von Armut unheimlich wichtig. Hier leben geschätzt 80 bis 90 % der Menschen unterhalb der Armutsgrenze und absolut unterstützungsbedürftig, etwa 3 bis 5 % sind reich.

 

Wir werden ausschließllich bei Verwandtschaft untergebracht, also gilt hier auch das gleiche Prinzip wie in Nepal - die Familie wird bei allen Aktivitäten involviert. Hier bekommen wir auch immer Essen. Es ist immer mehr ein Miteinander und unglaublich, wie super diese Kooperation läuft und wie aktiv unsere NGO-Partner sind. Es ist tief beglückend!

05.03.2019

Spürbarer Klimawandel

A.-S. Räcker:

Es gibt durchaus spürbare Veränderungen für die Menschen: Immer mehr Stürme und Brunnen, die immer tiefer gebaut werden müssen. Der Grundwasserspiegel sinkt ständig - Jahr für Jahr. Die Qualität des Wassers wird dabei immer schlechter. Das ist ein großes Problem hier. Irgendwann werden die Menschen Wasser kaufen müssen. Überall gibt es die Nachfrage nach Brunnenbau.

In dem Zusammenhang haben wir auch überlegt, dass es bei der Mikrofinanzierung für Männer ganz andere Themen gibt, z.B. Brunnenbau. Bei den Frauen sind es wieder ganz andere Bereiche. So entsteht nicht das, was befürchtet wurde - eine Konkurrenz untereinander.

05.03.2019

Konferenz in Mamudia Kura

A.-S. Räcker:

In Mamudia Kura gab es ein großes Treffen mit allen Frauen der Region, die Mikrofinanzierung erhalten. Hier stellte sich heraus, dass es eine unbändige Freude über diese neuen Perspektiven gibt, und dass überall auch die Männer und die Dorfältesten dahinter stehen!

Es haben sich vier neue Dörfer vorgestellt, die alle ihren Bedarf äußerten und sich auch alle unheimlich auf die Unterstützung freuen. Dieses Modell läuft, weil die Frauen wissen, dass das Konzept die Gemeinschaft miteinander fördert. Die `Challenge` entsteht dadurch, dass die Nachbarin aus dem Dorf schon auf das Geld wartet. Es ist keine externe Motivation nötig und die Frauen sind untereinander stark am `schieben`.

Eine interessante Situation haben wir hier erlebt. Ein Mann mit verkrüppelten Beinen kam in den Raum und bat um einen Rollstuhl. Da wir gemerkt haben, wie unglaublich positiv die Stimmung überall war - die Frauen der Nachbardörfer, die auch Mikrofinanzierung angefragt hatten, waren auch anwesend - entschieden wir dieser Bitte nachzukommen. Als individuelle Hilfe und als Symbol dafür, dass wir da sind, wenn man uns braucht.

Das Mikrofinanzierungs-Prinzip wird also zukünftig auf Frauen und Männer ausgerichtet und parallel dazu die Unterstützung des Schultopfes - Themen sind hier Selbstbestimmung und Selbstverwaltung.

Ein interessantes Gespräch mit einer Hebamme thematisierte die Beschneidung der Mädchen und die dramatische Situation der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder und die furchtbaren Schmerzen der Sexualität. Diese Hebamme wird sich weiter um diese Frauen kümmern und denkt darüber nach in der Nähe von Bo eine eigene Praxis zu eröffnen. Sie wird zunächst dort in der Klinik arbeiten. Wir werden mit ihr in Kontakt bleiben.

Tagebuch Salone Teil 3

A. Rohloff:

Und dann wird es ganz ruhig im Rund. Ein junger Mann begibt sich mitten in den Freiraum zwischen der versammelten Dorfgemeinschaft und uns, den Besuchern aus dem reichen Deutschland. Breite Schultern hat er, starke Arme und große Hände. Die braucht er auch, denn auf ihnen stemmt er sich durch die Welt. Seine nackten Beine, verkümmert, bewegungs- und mithin nutzlos, schleift er unter seinem stämmigen Oberkörper über den staubigen, steinigen Grund...

5.3.2019

Männer in die Mikrofinanzierung

A.-S. Räcker:

Es gibt hier überall nicht nur Männner- und Frauengruppen, geführt von Chairmen und Chairwomen, sondern auch Jugendgruppen mit jeweiligen Youth Leaders. Die Jugend hat hier ihre eigenen Sprecher.

Und der ganz neue Aspekt ist hier: Männer in die Mikrofinanzierung!

Die Reaktion der Frauen darauf ist fast überall sehr gut. Wir haben am Abend ein Gespräch darüber gehabt, dass diese Mikrofinanzierung nicht als gemischte Gruppen durchgeführt werden soll oder paarweise. Es gibt hier viel Poligamie und es könnten so Konkurrenzen entstehen, wenn eine Frau Mikrofinanzierung erhält und die andere nicht. Es wird getrennte Frauen- und Männergruppen geben, aber in engem Kontakt miteinander und dem Versuch für die Rollen der jeweiligen Gruppen zu sensiblisieren. Diese Dinge werden hier schon alle vorgedacht.

03.03.2019

Mikrofinanzierung in neuen Projekten

A.-S. Räcker, U. Konstantinovic:

Heute sind wir von Bo aus, das befindet sich im Süden Sierra Leones, nach Kenema gefahren (die nächstgrößere Stadt) und haben von hier aus zwei kleine Dörfer besucht: Walima und Nanjahunguyama. In diesen beiden Dörfern startete Anfang diesen Jahres die Mikrofinanzierung für jeweils 20 Frauen. Wir wurden dort fröhlich, dankbar und mit rituellen Geistertänzen empfangen. Das war sehr beeindruckend. Beeindruckend war auch die große Freude der Frauen darüber, dass sie tatsächlich Geld bekommen, ohne dass es Interesse daran gibt, dass wir daran etwas verdienen - einfach nur zur Nutzung und Weitergabe nach dem KETAAKETI Prinzip der Mikrofinanzierung: Hoffnung endlich erfüllt bekommen - zum ersten Mal fühlt sich die Zukunft etwas sicherer an. Die Regierung kümmere sich um gar nichts, ist die einhellige Meinung der Dorfbewohner.

In einem der Dörfer gibt es einen Sozialarbeiter, der bereits in Rente ist. Ein engagierter Mann, gebildet und symphatisch, der einen tollen Zugang auf Augenhöhe zu den Menschen dort hat. Er arbeitet ohne Gehalt und er ist sehr daran interessiert, dass es sich dort in den Dörfern positiv entwickelt. Jede Frau arbeitet nach eigenen Geschäftsvorstellungen. Der Sozialarbeiter spricht von einer Rückzahlungszeit zwischen acht und zwölf Monaten, die zu erwarten ist.

Auch in den anderen Projekten werden von unseren Partner-NGOs Sozialarbeiter eingesetzt, die unentgeltlich arbeiten.

Der Haupterwerb in den beiden Dörfern ist Reis. Die Familien benötigen Reismühlen hierfür.

Eine weibliche Sprecherin eines Dorfes stellt sich als Verwandte eines NGO Leiters heraus. Das heißt es gilt auch hier das Prinzip wie in Nepal, dass überall auch die Verwandtschaft involviert ist, mit klugen, intelligenten Menschen, die interessiert dabei sind und sich überall einsetzen.

 

Tagebuch Salone Teil 2

A. Rohloff:

Unter Gesang, Musik und Trommelwirbel lassen sich Uta, Anneli, Yembeh, Usman und die Würdenträger von Tasso, dem Hauptort von Tasso Island, auf ihren Plätzen nieder. Noch dauert es einen Moment, bis die Musik und die Tänze auf dem Freiraum vor der Sitzreihe zur Ruhe kommen. Das gesamte Dort hat sich inzwischen im Halbkreis auf Sitzbänken niedergelassen. Dann ergreift ein Moderator das Wort...

Tagebuch Salone Teil 1

A. Rohloff:

Wie erklärt man einem West-Europäer, dass man gerne nach Sierra Leone reist? Das ist in der Tat nicht ganz einfach. Denn Sierra Leone ist eines der ärmsten Länder der Welt...

03.03.2019

Die `liebe`Technik

Liebe Daheimgebliebene! Aufgrund von massiven, technischen Problemen, die zu beheben nicht in unserer Macht stehen, sondern am Netz und den uns zur Verfügung stehenden Modem und SIM-Karten liegen, wird es noch ein bis zwei Tage dauern, bis wir Euch mit Fotos und Nachrichten beliefern können. Bitte habt Verständnis. Wir arbeiten mit Hochdruck und Aussicht auf Erfolg daran. Es gibt soviel tolle Dinge zu berichten. Eindrucksvolle und erfreuliche. Einerseits Tänze von Naturgeistern, andererseits neue Ideen und jede Menge erfolgreiche Mikrofinanzierugen.

Herzliche Grüße - Euer Sierra Leone -Team

24.02.2019

Reisevorbereitungen

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch vage. Es gab Zeiten, da trocknete die Wäsche nicht in einer Maschine, sondern im Freien. An einer sog. Wäscheleine.  Ich erinnere mich, dass im katholischen Rheinland, wo ich groß geworden bin, die Evangelen bevorzugt am heiligen Sonntag ihre Wäsche aufhängten, um die Katholen zu ärgern. Solch eine Leine habe ich gestern gekauft. 1,49 €. War aber nicht ganz leicht. Die freundliche Dame vom Supermarkt hat auch etwas suchen müssen.

Was hier auf dem Foto so aussieht, als wolle da ein eitler Mann die zwei reizenden Damen mit wohlriechender Kleidung betören, die mit ihm auf Reisen gehen werden, hat einen ganz anderen Hintergrund. Eher das Gegenteil ist der Fall. Womit ich wohlgemerkt nichts über die Attraktivität der Damen ausgesagt haben will! Tatsächlich riecht das Spray, mit dem ich da meine Kleidung benetze, nicht eben angenehm. Es handelt sich um Nobite, einem Imprägnierungsmittel, das Insekten fernhält.

 

So hat, was hier ganz amüsant aussieht, einen ernsten Hintergrund. Sierra Leone ist Malariagebiet. Und nicht nur das, es grassiert dort auch die „Malaria Tropica“. Und soviel ist gewiss: Wirklich jeder ginge lieber zur Arbeit, als sich deswegen krankschreiben zu lassen. Malaria Tropica ist kein Schnupfen. Das Krankheitsbild reicht von Ohnmachts- und Krampfanfällen bis ins Koma über Veränderungen der Organa (Vergrößerung der Milz) und Anämie bis zum Tod. Jährlich sterben weltweit 445.000 Menschen an der Folgen dieser Erkrankung. (Quelle: www.medeor.de)‎

 

Das Ganze ist also kein Spaß. Da stellt man sich gerne schon mal am Sonntag auf die Terrasse und sprüht sich eins.

 

Insgesamt treffen wir drei Vorsichtsmaßnahmen. Zum einen nehmen wir prophylaktische Medikamente, die schon sehr gut schützen. Dann werden wir uns morgens die Haut einsprühen. Wir werden vermutlich trotz der Hitze zumeist mit langen Hemdsärmeln und langen Hosen herumlaufen. Und die sind dann auch noch - wie das Foto zeigt - imprägniert.

 

Albert Rohloff

Sierra Leone Projektreise 2019

 

Vom 28.02.bis 10.03.2019 findet die zweite Projektreise in das Westafrikanische Land statt, in dem wir mit den beiden durch KETAAKETI initiierten, landeseigenen Organisationen Mindokatie Salone und SEN seit 2017 eng und sehr erfolgreich zusammen arbeiten.

Es reisen Anneli-Sofia Räcker (1. Vorsitzende), Uta Konstantinovic (Sierra Leone-Koordinatorin) und Albert Rohloff (freier Reise-Journalist) gemeinsam mit den Leitern der NGOs Usman Conteh und Yembeh Mansaray in die einzelnen Schul- und Mikrofinanzierungsprojekte. Die Reise können Sie hier, im in Kürze entstehenden Reise-Blog, `miterleben`.

 

Wir wünschen den Reisenden viele gute Gespräche und Begegnungen, konstruktive Verhandlungen und dass alle gesund wieder heim kehren!

 

Erfahren Sie live mehr über KETAAKETI und die Sierra Leone Reise in unseren Jahresvorträgen am 26.04. (Villa Ichon, Bremen) und 17.05.2019 (Haus der Wissenschaft, Bremen).

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Verwendungszweck
(Purpose of Use)

`Nepal` oder

`Sierra Leone` oder

`Nepal und Sierra Leone`

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Im August: Benefizkonzert in Varel
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