KETAAKETI Gesellschaft zur Unterstützung der Grund-Schul-Bildung ärmster Kinder und deren Eltern in Nepal und weltweit e.V.
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Allgemeine Informationen, Geschichte und Politik

Wo genau liegt eigentlich Nepal?

 

Nepal ist ein südasiatischer Binnenstaat inmitten des Himalaya-Gebirges. Eingegrenzt von seinen großen Nachbarn, China im Norden und Indien im Süden, hat Nepal auch einen kleinen Nachbarn im Osten, dem Bhutan.

Mit einer Größe von 147.181 km2 passt Nepal knapp zweieinhalb Mal in Deutschland hinein. Das Land besteht aus fünf geographischen Zonen. Im Süden des Landes befindet sich zur Grenze Indiens das Terai mit unter 300 Metern über Normal Null. Richtung Norden folgend sind die Regionen höher liegend: das Siwalik von 300 bis 1.000 Meter, die Mid-Hills mit 1.000 bis 3.000 Meter, die Mid-Mountains mit 3.000 bis 5.000 Metern und die High Mountains mit über 5.000 Metern mit den höchsten Bergen der Welt.

Hauptstadt Nepals ist Kathmandu. Hier leben rund 1,7 Millionen Menschen, im Großraum Kathmandu sogar 3,5 Millionen Menschen (Stand: März 2017). Die gesamte Einwohnerzahl Nepals beträgt rund 30,4 Millionen mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 1,8 Prozent.

Das Klima Nepals wird vom Monsun beherrscht und ist in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Die nationale Durchschnitttemperatur liegt bei 15°C. Im Süden gibt es im Sommer Temperaturen bis zu 45°C, während im Gebirge im Winter die Temperaturen weit unter 0°C fallen. Auch der jährliche Niederschlag variiert. Der Großteil des Niederschlages fällt im Osten, während der Nordwesten oft unter Dürren leidet und somit zu den ärmsten Regionen Nepals gehört. In der Monsunzeit dagegen fallen extreme Niederschlagsmengen von Juni bis September, wodurch es immer wieder zu schweren Überschwemmungen kommt. Im Winter kommt es als Folge des Klimawandels oft zu lang anhaltenden Dürren.

 

Kirsten Simon, März 2017

 

Quellen:

Auswärtiges Amt: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Nepal_node.html

 

Central Bureau of Statistics (CBS): http://cbs.gov.np/photo_gallery_photo_gallery_ photo_gallery_general

 

Deutsch-Nepalesische Gesellschaft: http://www.deutsch-nepal.de/kompakt.php

Laenderdaten.info: https://www.laenderdaten.info/

Selvaraju, R. et al. (2014): Managing climate riks and adapting to climate change in the agriculture sector in Nepal. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO).

Geschichte und Politik Nepals

 

In Nepal lebten bereits um 1.000 v. Chr. Völker verschiedener Abstammungen. Im Süden lebten Menschen indo-arischer Abstammung und im Norden Menschen aus nördlicheren Regionen. Um 560 v. Chr. wurde Prinz Siddhartha Gautama in Lumbini geboren und begründete einige Jahre später den Buddhismus.

Im Laufe der Zeit herrschten viele Dynastien über Nepal. Mit der Malla-Dynastie (1482 bis 1769) begann der Hinduismus die bedeutendste Religion in Nepal zu werden, außerdem wurde das Kastensystem eingeführt. Mit dem Tod König Yaksa Mallas 1482 zerfiel Nepal in verschiedene Kleinkönigreiche und Fürstentümer, die sich untereinander bekriegt haben. Erst König Prithvi Narayan Shah aus dem Kleinkönigreich Gorkha eroberte mehrere Fürstentümer (darunter auch Patan, Kathmandu und Bakthapur) und vereinigte diese zu einem Königreich zwischen 1743 und 1816. Während der Kolonialzeit wurde Nepal britisches Protektorat und musste mehrere Gebiete an die East-India-Company abtreten. Dadurch entstanden innerhalb des Landes pro- und antibritische Gruppierungen. 1846 setzte sich die Adelsfamilie Rana (pro-britisch) bei innenpolitischen Machtkämpfen durch und entmachtete den König der Shah-Dynastie. Bis 1951 regierten Mitglieder der Rana das Land. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der König der Rana-Dynastie durch die nepalesische Oppositionspartei (Nepalesische Kongresspartei NCP) gestürzt und der König der Shah-Dynastie Tribhuvan Bir Bikram Shah kehrte aus Indien zurück und erklärte die konstitutionelle Monarchie, sowie die Abschaffung des Kastensystems und die Einführung der Demokratie. Im Jahr 1955 wurde Nepal als Mitglied in den Vereinten Nationen aufgenommen. Vier Jahre später wurde eine Verfassung präsentiert und erste freie Wahlen fanden statt, die die Nepalesische Kongresspartei gewann. In den 1960er Jahren wurde die Demokratisierung jedoch wieder durch den König gestoppt, der einen Machtverlust durch die Parteien befürchtete. Er sprach ein Verbot aller Parteien aus und setzte die Verfassung außer Kraft. Durch eine neue Verfassung, die der König 1962 bestätigte, entstand ein parteienloses Rätesystem. Der König gewann wieder an Macht. Sogar in einer Volksabstimmung in den 1980er Jahren, die aufgrund von Unruhen im Land durchgeführt wurde, wurde dieses Rätesystem bestätigt. Im Jahr 1990 wurde die Demokratiebewegung aber so stark, dass der König unter Druck geriet und das Parteienverbot wieder aufhob. Eine neue Verfassung erklärte die parlamentarische Monarchie, die die Macht des Königs einschränken sollte. Die darauffolgenden Wahlen gewann die Nepalesische Kongresspartei, dicht gefolgt von der Communist Party of Nepal / United Marxist-Leninists (CPN-UML). Politische Instabilität war die Folge. Bis 1999 kam es immer wieder zu verschiedenen Koalitionen und Unstimmigkeiten innerhalb der Regierung. Rebellen der CPN versuchten Mitte der 1990er eine Landreform für landlose Bauern durchzusetzen. Im Februar 1996 übergaben sie der Regierung einen Forderungskatalog, der unter anderem die Abschaffung der Monarchie verlangte. Die Regierung ignorierte jedoch diesen Katalog und es kam zu einem zehnjährigen Bürgerkrieg bis 2006, bei dem mehr als 13.000 Menschen starben. Erst danach wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Zwei Jahre später, im April, kam es zu einer ersten verfassungsgebenden Versammlung, die Nepal zu einer Demokratischen Bundesrepublik erklärte und damit das 240 Jahre alte hinduistische Königreich endgültig beendete. Die Versammlung lieferte jedoch in den folgenden Jahren keine Ergebnisse, sodass es zu politische Unruhen und häufigen Regierungswechseln kam. Die Versammlung wurde demzufolge aufgelöst und im Jahr 2013 eine zweite verfassungsgebende Versammlung gewählt. Im September 2015 erklärte die Versammlung die neue Verfassung, die „den föderalen Staatsaufbau, die Einführung eines parlamentarischen Zweikammersystems, die Bestätigung Nepals als säkularer Staat, das Staatsangehörigkeitsrecht und die Gerichtsbarkeit“ (BMZ: Nepal) beinhalten sollte. Danach bildete sich aus der Versammlung das heutige Parlament. Staatsoberhaupt ist der Präsident. Seit dem 28.10.2015 ist Bidya Devi Bhandari Präsidentin. Aber bereits 2016 kam es erneut zu Unruhen wegen neu geplanten Grenzziehungen zwischen den Provinzen sowie dem Minderheitenschutz. Ein erneuter Regierungswechsel war die Folge. Premierminister ist seit dem 03.08.2016 Pushpa Kamal Dahal, Parteiführer der Maoisten.

 

Kirsten Simon, März 2017

 

Quellen:

Auswärtiges Amt (Hrsg.) März 2017: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/ Laenderinfos/Nepal/Innenpolitik_node.html

 

Auswärtiges Amt (Hrsg.) März 2017: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/ Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Nepal_node.html

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:  

http://www.bmz.de/de/laender_regionen/asien/nepal/index.html

 

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH: https://www.giz.de/de/weltweit/378.html

 

Länder-Lexikon: http://www.laender-lexikon.de/Nepal_Geschichte

 

LIPortal: https://www.liportal.de/nepal/geschichte-staat/

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