KETAAKETI Gesellschaft zur Unterstützung der Grund-Schul-Bildung ärmster Kinder und deren Eltern in Nepal und weltweit e.V.
KETAAKETIGesellschaft zur Unterstützung der Grund-Schul-Bildung ärmster Kinder und deren Eltern in Nepal und weltweit e.V.

KETAAKETI Projektreise in Nepal

Vom 20.09. bis 01.10.2019 fand die diesjährige Projektreise in Nepal statt. Es wurden zahlreiche Projekte unserer Partner SPOWC und CDS Nepal besucht. Lesen Sie mehr über die wundervollen Erlebnisse und Ergebnisse dieser Partnerschaften!

 

Reiseteilnehmer waren: Anneli-Sofia Räcker, Monika Krumbholz, Marie Ellerkamp und Albert Rohloff

Begrüßung in Kathmandu

20.09.2019

 

Ein wunderbarer Start für die diesjährige KETAAKETI / SPOWC Projektreise im September 2019:

Eine Preisverleihung für Anneli-Sofia Räcker und KETAAKETI mit einem Begrüßungsprogramm der Schülerinnen und Schüler der Tilganga Slumschule und des ganzen Kollegiums. Danke!

 

Von links: Kusum Khakurel, Projektmonitoring SPOWC, Anneli-Sofia Räcker, Initiatorin und 1. Vorsitzende KETAAKETI, Rajesh Regmi, Initiator und Projektleiter SPOWC

Im Anschluss an die Feierlichkeiten fahren wir gemeinsam nach Goldhunga zu einer Mikrofinanzierungs-Kooperative: Hier starteten 30 Frauen mit je 100 € eine Existenz. Die gesamte Gruppe hat sich durch die Weitergabe der Startsumme auf 65 Frauen vergrößert. Die sehr engagierte Chairwoman kümmert sich um viele Belange der Familien. Sie berichtet, dass die Rückzahlung der 100 € für Mikrofinanzierung in einigen Fällen nicht funktioniert (bedingt durch Krankheit, Tod der angeschafften Tiere, etc.).  Innerhalb der  Gruppe entstand auf Grundlage dieser Problematik die Idee, betroffene Familien durch einen Sicherheits-Fond in Höhe von 1 – 3 % der Mikrofinanzierungssumme zu unterstützen.

Beispiele für erfolgreiche Mikrofinanzierungen in Goldhunga sind: Ein Momo-Laden (traditionelles nepalisches Gericht), Herstellung und Verkauf von Bambusmöbeln (das erzielte Einkommen hat in diesem Fall, zusätzlich zur staatlichen Wiederaufbauhilfe, in großem Maß dazu beigetragen, dass das durch das Erdbeben zerstörte Wohnhaus der Familie, wieder aufgebaut werden konnte.)

 

Health Camp in der Tilganga Slum Schule in Kathmandu 21.09.2019

Die Kinder der Slumschule, deren Geschwister und Mütter besuchten das am diesem Tag stattfindende Health Camp (insgesamt ca. 250 Personen). Zwei Ärzte (ein Kinderarzt, eine Gynäkologin) untersuchten die Besucher des Health Camp für ein sehr geringes Honorar. Dabei wurden Medikamente im Wert von 500 € verteilt. (Im Vorfeld wurde die Entscheidung für ein Health Camp und gegen eine offizielle Preisverleihung für A.-S. Räcker und KETAAKETI getroffen, da diese Verleihung enorme Kosten für Unterkunft und Verpflegung für die Mitarbeiter des Ministeriums verursacht hätte.)

Diese Hauptprobleme bzw. Schwierigkeiten bei den Kindern wurden festgestellt: Mangelernährung, Mangelhygiene, nicht ausreichend sauberes Trinkwasser

Krankheiten: Bronchitis, Fieber, Zahnprobleme, nicht behandelte Kinderkrankheiten, Geschlechtskrankheiten und Infekte bei den Müttern aufgrund der zu frühen Geburten.

Im Anschluss an das Health Camp wurde in einem Interview mit den Ärzten der Vorschlag bzw. die dringende Empfehlung ausgesprochen, regelmäßige Health Camps durchzuführen (ca. alle sechs Monate) und dabei die Anamnese zu dokumentieren, um gezieltere Hilfe – auch in Form von Nachuntersuchungen, zu ermöglichen. Dadurch würde auch sichtbar, ob sich die Situation verbessert (Evaluation).

Eine weitere Idee aus dem Interview und Gespräch mit den Ärzten ist eine Fortbildung für Lehrer*innen aus verschiedenen Distrikten und Schulleitern für einen Tag, durchgeführt durch die beiden Fachleute. Hier würde medizinisches Grundwissen vermittelt sowie Wissen über Hygiene und sauberes Trinkwasser. Die Früherkennung von Krankheiten durch Lehrer*innen und damit die Möglichkeit die Kinder / Familien zum Arzt zu schicken wäre ein Ziel der Fortbildung.

Im Anschluss an das Health Camp besuchten wir gemeinsam zwei Familien von ehemaligen Schülerinnen. Beide gehen auf eine weiterführende Schule, sind sehr talentiert und werden durch Stipendien gefördert (häufig liegt hier ein Engagement der Privatschulen für die talentierten Kinder aus Tilganga vor).

 

Ein Tag mit vielen Begegnungen im Distrikt Kavre

22.09.2019

Heut fand ein offizielles und sehr herzliches Treffen mit dem Landrat Mr. Kharel, statt, der sehr interessiert an weiterer Kooperation ist. Hier erhielt Anneli ein offizielles Dankzertifikat.

Im Anschluss besuchten wir eine Schule mit der Sonderform einer Mütterinitiative. Hier werden 8 Kleinkinder von 5 Müttern betreut, die sich diese Aufgabe aufteilen. Jeden Tag ist eine andere Mutter anwesend und übernimmt die Kinderbetreuuung, so dass die anderen Mütter in der Zeit arbeiten können.

Das Dorf Nala,  Besuch der Secondary School

Nach einer herzlichen Begrüßung durch alle Lehrer und Schüler mit vielen Blumen folgte eine Präsentation der Entwicklung der letzten Zeit und Ideen für die Zukunft. Die Lehrer sind hier sehr engagiert. Es wurde z.B. ein Fond gegründet, der den allerärmsten Kindern zu Gute kommt und aus dem Schulmaterial angeschafft wird. Die Einzahlung erfolgt aus dem Lehrergehalt.

Bisherige Unterstützung an dieser Schule: Reparatur / Aufbauarbeiten der Schultoilette nach Erdbeben (2015), Schuluniformen, Lehrergehalt, Finanzierung einer Social Class

Es besteht der Wunsch nach einer einmaligen Kostenübernahme für eine Internetverbindung für die Schule und Übernahme der monatlichen Gebühr.

 

Die Bergregionen - Besonderheiten

23.09.2019

Lange beschwerliche Fahrt in den Distrikt Ramechap (Bergregion östlich von Kathmandu, neues Projektgebiet von SPOWC), Ankunft am Abend. Wir übernachten in sehr einfachem Guest House bei einer Frau mit ihrem Sohn. Es wurde am offenen Feuer gekocht, wir saßen in der wunderschönen Landschaft und waren umgeben von Ziegen, Hühnern, Kühen und Hund.

 

Bestehende Probleme in der Bergregion:

Es gibt hier kaum oder keine Berufsperspektive – Landwirtschaft ist die fast ausschließliche Einkommensquelle. Die Motivation der Schüler die Schule zu besuchen ist daher eher gering, da das erworbene Wissen kaum Anwendung finden kann. Häufige Folge: Abwanderung. Die Lehrer sind leider ebenfalls unmotiviert aufgrund dieser Gesamtsituation.

Idee: Förderung für junge Menschen nach der Schule, um Möglichkeiten zu schaffen, Existenzen aufzubauen in der Region (Geschäftsideen, die vor Ort gebraucht werden und möglich sind, evtl. in Gruppen)

Der Bruder des SPOWC Leiters Rajesh Regmi plant eine Gesellschaft / Foundation zu gründen, die u.a. Lehrerfortbildungen organisiert. Das allgemeine Problem: Lehrer sprechen oftmals selbst kein Englisch.

Fokus hier, auch für die Lehrerfortbildung: Berufsideen entwickeln, speziell für die Bergregionen, Englisch-Fortbildung für Lehrer

 

Ramechap

24.09.2019

In der Community hall fand ein Treffen mit einer Gruppe von Frauen statt, die Mikrofinanzierung erhalten hatten. 17 Frauen waren vor Ort, die von ihrer Lebenssituation berichteten. 10 Frauen haben mit der Ziegenzucht begonnen, die anderen warten auf die Rückzahlung der ersten Gruppe.

Besondere Problematik bei Frauen und Kindern: Sehr frühe Hochzeiten (teilweise ab 11 Jahren), viele Kinder (bis zu 9) und hohe Kindersterblichkeit

Idee der Chairwoman: Hebamme für den Distrikt, die Wissen an die Frauen weitergibt, damit sich die Frauen untereinander unterstützen können. Die Hebamme wäre aber ebenfalls als Ansprechpartnerin vor Ort.

Besuch der Schule der Kinder der Frauen mit Mikrofinanzierung:

Ein schockierender Eindruck, da alles extrem arm und trostlos wirkt, die Kinder scheinen emotionslos. Es besteht der dringende Wunsch nach einer Toilette (wurde beim Erdbeben zerstört). Die Mädchen besuchen während ihrer Menstruation nicht die Schule, wenn sie keine Möglichkeit haben auf die Toilette zu gehen.

Gespräch mit dem Sozialarbeiter (Sohn der Chairwoman): Eine Qualifizierung für Lehrer ist dringend notwendig, insbesondere eine Englisch-Fortbildung, Entwicklung von Berufsideen und Netzwerkbildung (unter jungen Menschen, um Berufsperspektiven für die Region zu entwickeln und umzusetzen) notwendig.

Wir besuchen eine weitere Schule in Nepalthok. Hier unterrichten 3 Lehrer 150 Schüler*innen. Die zwei Social Class teacher unterrichten in der normalen Schule, und in der Social Class, wegen des chronischen Lehrermangels. Sie holen die Kinder in der Bergregion ab und bringen diese wieder nach Hause. Hier wurde eine weitere Social Class zugesagt (unser klassisches Modell) und höheres Gehalt für die beiden Lehrer.

 

Der Monsun macht Schwierigkeiten

25.09.2019

Der Weg nach Taruka zum Besuch der dortigen Projekte gestaltet sich als unmöglich. Die Fahrt wir abgebrochen wegen des Monsuns und Erdrutschen, die eine sichere Fahrt unmöglich machten und zu einer Sperrung der Strecke führten. Ein mächtiger Stau auf dem Rückweg und damit insgesamt 12 Stunden Fahrt ohne Besuch – eine große Enttäuschung für alle Beteiligten, im Fahrzeug und im Bergdorf.

 

Großes Treffen in Tilganga, Kathmandu

26.09.2019

Treffen der Schulleiter / Kooperativenleiter / Supervisoren und Distrikt-Projektleitungen aller Projekte in der Slumschule in Tilganga, Kathmandu:

 

Aufgrund der Wettersituation und der sehr schlechten Straßenverhältnisse konnten einige Projektbeteiligte leider nicht kommen. 10 Schulleiter waren aber dennoch da, mit teilweise extrem gefährlicher Anreise. Dennoch konnte (im Laufe der gesamten Projektreise) über alle insgesamt 37 Projekte gesprochen werden - über die Erfahrungen des laufenden Jahres und die Pläne für das kommende Jahr.

Besprochen wurde, wie die Situation vor Ort generell aussieht, wie die Projekte laufen und was in Zukunft ansteht. Alle sind sehr engagiert und haben selber Mittel akquiriert. Sie setzten sich sehr stark für die Frauen und Kinder ein und sind dennoch bescheiden in ihren Bitten um Unterstützung. Es wurde aber sehr deutlich, dass Armut und der Bedarf an Unterstützung enorm groß sind.

Geäußerter Bedarf: Neue Social Classes und Mikrofinanzierung

Problematik: Mangelernährung und Gesundheitsprobleme

Erforderlich: Fortbildung der Lehrer in Englisch

 

Auf nach Pokhara

28.09.2019

Nach einem Tag in Kathmandu, an dem sich alle Beteiligten auch mal die Zeit nehmen konnten, sich mit den sozialen und kulturellen Lebenswelten auseinander zu setzen, war am nächsten Tag ein Flug nach Pokhara geplant. Dieser fiel leider  aufgrund des Monsuns komplett aus. Wir trafen die Entscheidung mit dem Jeep nach Pokhara zu fahren, damit der Besuch der neuen Partnerorganisation von KETAAKETI CDS Nepal nicht komplett ausfallen musste. Die Fahrt dauerte dann, nachdem alle schon stundenlang am Flughafen auf den eigentlich geplanten Flug warteten, nochmals acht Stunden. Die Ankunft am späten Abend machte an diesem Tag keine Projektbesuche mehr möglich. Die Zeit auf der Fahrt wurde aber intensiv genutzt, um die schon besuchten Projekte und die vielen Gespräche auszuwerten und die weiteren Tage zu planen.

 

Pokhara mit unserem neuen Partner CDS Nepal

29.09.2019

Khem Adhikari (Vorsitzender CDS Nepal, gegründet 2018) kam früh mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern in das Hotel und holte uns von dort ab. Wir fuhren direkt zu zwei Schulen, deren Mütter mit Mikrofinanzierung unterstützt werden. Pokhara ist eigentlich eine relativ wohlhabende Gegend. Es gibt fast ausschließlich Privatschulen, die ein Schulgeld verlangen. Die wenigen staatlichen Schulen werden von den Kindern besucht, die wirklich arm sind. Die besuchten Schulen, die von CDS Nepal unterstützt werden, sind zwei staatliche Grundschulen.

Die erste Schule hat 60 Schüler*innen. Hier bekamen 15 Mütter eine Mikrofinanzierung. Wir wurden sehr herzlich empfangen, mit Reden des Schulleiters und einem Kind als Vertretung der Schülerinnen und Schüler und einer Frau als Vertretung der Mikrofinanzierungsgruppe. Alle haben große Freude vermittelt und über die bislang positive Entwicklung berichtet. Das war schön und berührend zu sehen.

Viele Frauen starteten ihre Existenzgründung mit Ziegen, Hühnern oder kleinen Lebensmittelgeschäften. Fast alle Frauen waren dort. Die Frauen, die nicht anwesend sein konnten, wurden von ihren Männern vertreten. Alle sind extra zu der festlichen Begrüßung gekommen, obwohl eigentlich Ferien sind. Der Schulleiter wirkt offen und modern denkend und gleichzeitig sehr bescheiden in seinen Wünschen. An dieser Schule gibt es sieben Lehrer, von denen drei von der Regierung bezahlt werden, die anderen vier arbeiten fast ohne Entgelt. Sie führen trotzdem ganz konsequent den Unterricht durch, zum Wohle der Kinder. In dem Gespräch ging es um die Frage, ob diese vier Lehrer finanziell unterstützt werden könnten.

Die Chairwoman, die für die Mikrofinanzierung zuständig ist, betonte in ihrer Rede ihre Vision, dass sich der Prozess immer weiterentwickelt und dann irgendwann über ganz Nepal eine immer wieder fortlaufende Weitergabe und Solidarität lebendig wird. Es war allgemein ein großes Engagement und eine große gegenseitige Unterstützung zu spüren.

Bei dem kleinen Snack, der uns dann angeboten wurde, war schön zu beobachten, dass erst die Kinder etwas bekamen und dann die Erwachsenen. Die Kinder standen eindeutig im Mittelpunkt, für alle Beteiligten.

Auf dem Rückweg wurde eine kleine Bibliothek besucht, in der Kinder saßen und lasen. Finanziert wurde dieser Ort durch eine Spende eines Nepalesen.

Anschließend besuchten wir die zweite von CDS unterstützte Schule im Slum am Fluss. Extrem große Armut war sichtbar, die sich auch in den Augen der Mütter und Kinder widerspiegelte. Die Begrüßung war auch hier sehr herzlich, aber Armut und `Überlebenskampf` dieser Ärmsten wurden im Verhalten spürbar. Auch hier ist das Engagement der Lehrer riesengroß. Die Schule wurde komplett selber gebaut. Es werden 100 Kinder unterrichtet und 20 Frauen erhielten Unterstützung durch Mikrofinanzierung. Sechs Lehrer werden hier regulär bezahlt und drei bekommen so gut wie kein Geld vom Staat. Auch hier war das Thema bzw. die Frage, ob es für diese Lehrer finanzielle Unterstützung geben könnte. Es gibt hier, wie auch an den anderen Schulen, immer wieder gesundheitliche Probleme der Kinder. Hier wäre die Durchführung eines Health Camps ein guter erster Schritt.

Die Mikrofinanzierung läuft sehr gut. Im Slum konnten einige Frauen besucht werden und es war deutlich sichtbar, wie hart hier gearbeitet wird. Alle besuchten Frauen sind in ihrer Arbeit sehr erfolgreich und stolz auf ihre Leistung.

Anneli hielt hier eine schöne Rede über Hoffnung und Motivation durch Eigenimpulse. Die Aufmerksamkeit war enorm. Die Menschen saugten diese hoffnungsvollen Worte förmlich auf. Es wurde gemeinsam getanzt, wie auch in der davor besuchten Schule.

Am Abend konnte mit dem Vorstand von CDS das erste Arbeitsjahr ausgewertet werden. Über die zwei Haupt-Projekte mit ihren Unterprojekten (Mikrofinanzierung, Schuluniformen, Lehrerunterstützung) wurde ausführlich gesprochen, ebenso über die Pläne für das nächste Jahr. Es wurde deutlich, dass der Start sehr gut gelaufen ist. Die Berichte sind unglaublich detailliert und zeigten auch nochmal schriftlich, welch beeindruckende Arbeit hier von allen geleistet wurde und wird in dieser noch jungen, aber sehr gut funktionierenden, Kooperation.

Abends kam der Schulleiter aus Pame (Dorf in der Nähe von Pokhara, jahrelange Kooperation mit SPOWC und KETAAKETI) dazu, um mit uns zu sprechen. Es ging darum, den Schwerpunkt der Unterstützung immer mehr in Richtung Mikrofinanzierung zu setzen, mit der Auflage, dass die Kinder zur Schule gehen. Die Schule wird in Pame schon lange mit dem 1 € Modell gefördert, so dass der Schulbesuch der Ärmsten ermöglicht und stabilisiert werden kann.

 

Mikrofinanzierung - Ein Erfolgskonzept

30.09.2019

Rückflug von Pokhara nach Kathmandu und anschließender Besuch in der Slumschule in Tilganga. Dort kam nach ein Projektleiter aus Nuwakot (Taruka) dazu, der von sehr erfolgreichen Mikrofinanzierung berichtete. Über 400 Frauen profitieren durch die Weitergabe des Geldes bereits davon. Dort wurde ein neues, sehr erfolgreiches Konzept der Rückzahlung im Zeitraum von 9 - 12 Monaten entwickelt.  Die Frauen haben sich überlegt, dass wenn eine Ziege mehrere Zicklein bekommt, eine Ziege davon schon an eine weitere Frau weitergegeben wird, damit diese sich ihre eigene Ziegenzucht aufbauen kann, ohne so lange auf die Weitergabe des gesamten Betrages zu warten. Nach einer bestimmten Zeit wird dann der Restbetrag zurückgezahlt bzw. weitergegeben. Das ist unglaublich motivierend und führt zu einem großen Zusammenhalt unter den Frauen.

Alle Kinder (meist zwei bis vier pro Familie) dieser Frauen gehen zur Schule (Bedingungen für Mikrofinanzierung). In dieser Bergregion bzw. dem Distrikt gibt es insgesamt 17 Schulen, die eher relativ klein sind. In der Region ist es problematisch, dass der Schulbesuch für die meisten Kinder mit langen und teilweise gefährlichen Wegen verbunden ist. In der größten dieser Schulen werden 68 Kinder unterrichtet. Diese Schule wird von SPOWC / KETAAKETI unterstützt.

 

Austausch

01.10.2019

Marie führte, als ersten Start für einen späterern interkulturellen Austausch im Rahmen der Schulpartnerschaften, einige Interviews mit Kindern und Müttern. Die Frauen und Kinder erzählten von ihrem Alltag, den Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft. Albert führte ein Interview mit Pragya Parajuli (Lehrerin in Tilganga) über das Schulsystem in Nepal und die Slumschule insbesondere.

Rajesh Regmi (Projektleiter SPOWC) gab einen Überblick über alle Projekte und Regionen. Es ging um mehr Hintergrundwissen und Entwicklungen. Hier wurde deutlich, dass es immer auch um Prävention geht. Prävention von Kinderarbeit, von Prostitution und Abwanderung aus ländlichen Regionen in die Städte, aber auch in andere Länder. Thema waren auch der Lehrermangel in den Bergregionen, die Perspektivlosigkeit in Bezug auf den Beruf und natürlich die langen Schulwege sowie das Problem der Mangelernährung.

Wir beratschlagten im gesamten Team über die Mikrofinanzierung. Es geht um ein Solidaritätssystem, in das einmal ein Input gegeben wird und das danach von alleine läuft. Es geht um Gemeinschaft und ein Weitertragen dieser, ohne Abhängigkeiten. Thema ist hier die zukünftige schnellere Rückzahlung und auch stärker mit Verträgen zu arbeiten, um diese schnelle Rückzahlung auch garantieren zu können.

Ein Journalist aus Taruka, der einen Artikel über SPOWC schrieb, war ebenfalls zu Gast. Mr. Panta war ebenfalls anwesend, der viele Kontakte zu Ministerien hat. Wir überlegten, wie diese weiterhin nützlich sein könnten.

Allen Projekten wurde mitgeteilt, dass bis Ende Oktober über die Weiter- und Neufinanzierung der Projekte entschieden wird, im Rahmen genauer Absprache SPOWC - KETAAKETI.

 

Schwerpunkte der Projektreise

  • Verstärkter Fokus auf direkte / unmittelbare Begegnung der Kulturen, interkultureller Austausch
  • Problem der mangelnden Motivation Lehrer / Schüler in Bergregionen. Begegnung des Problems mit Schaffung von Perspektiven (Berufsaussichten) und Fortbildungen der Lehrer in Englisch
  • Problematische Gesundheitssituation von Frauen und Kinder – verstärkt Health Camps einsetzten, Hebamme vor Ort als Vermittlerin von Wissen für die Frauen und direkte Unterstützung
  • Verträge für neue Mikrofinanzierungen etablieren

Spendenkonto
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Oldenburgische
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IBAN:

DE46 2802 0050 9606 7277 00

BIC/SWIFT:
OL BODEH 2XXX

 

Verwendungszweck
(Purpose of Use)

`Nepal` oder

`Sierra Leone` oder

`Burundi`

 

oder KETAAKETI Projekte - international

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