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Stellungnahme

Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo

zum Reformplan des BMZ und der Realität deutscher Entwicklungspolitik

Neue Perspektiven für immer mehr Frauen

Neue Perspektiven für immer mehr Frauen

Mit der Amtsübernahme von Bundesministerin Alabali Radovan hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen Reformprozess angekündigt.



Entscheidend ist jedoch nicht die Sprache der Reform, sondern ob die Bundesregierung bereit ist, die materiellen und politischen Grundlagen deutscher Entwicklungspolitik tatsächlich zu verändern.


Wir begrüßen, dass die Bundesregierung beginnt, offen auszusprechen, was lange systematisch verschleiert wurde.

Entwicklungspolitik ist kein neutraler Akt humanitärer Solidarität. Sie ist historisch und gegenwärtig ein Instrument wirtschaftlicher, geopolitischer und sicherheitspolitischer Interessen der Geberländer.

Staaten des Globalen Südens kritisieren diese Realität seit Jahrzehnten. Diese Kritik wurde zuletzt auch im Rahmen der G20 unter südafrikanischer Präsidentschaft deutlich artikuliert, wo Länder des Globalen Südens eine ehrliche Benennung globaler Machtverhältnisse, Schuldenregime und wirtschaftlicher Abhängigkeiten eingefordert haben.


Auch auf der 80. UN-Generalversammlung in New
York artikulierten Staaten des Globalen Südens diese Kritik deutlich, indem sie eine tiefgreifende Reform der internationalen Finanzarchitektur zur Korrektur historischer Machtungleichgewichte und wirtschaftlicher Abhängigkeiten verlangten.

Gefordert wird keine neue Rhetorik, sondern eine Veränderung der Strukturen.

Deutsche Entwicklungspolitik steht in direkter Kontinuität

kolonialer Herrschaftsverhältnisse.

Koloniale Herrschaft bedeutete nicht nur militärische Gewalt und politische Kontrolle, sondern auch die systematische Organisation von Investitionen, Infrastruktur und Handelsströmen im Interesse europäischer Zentren. Kolonisierte Gesellschaften wurden als Absatzmärkte, Rohstofflager und Renditeräume verstanden. Diese Logik wirkt bis heute fort. 

Was früher offen als Investition im kolonialen Interesse bezeichnet wurde, erscheint heute als Entwicklungs-finanzierung, Klimapartnerschaft oder Mobilitätswende.

Die Sprache hat sich verändert, die ökonomische Logik nicht. Diese Kontinuität manifestiert sich heute insbesondere über finanzielle, regulatorische und institutionelle Arrangements, die marktbasierte Finanzierung, Kapitalexport und kreditbasierte Nachfrage im Globalen Süden ermöglichen.

Entwicklungspolitik fungiert dabei als zentrale Ermöglichungsstruktur: Sie schafft die rechtlichen, finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Internationalisierung überschüssigen Kapitals, die Erschließung neuer Märkte und die Absicherung von Renditen. Damit knüpft sie an historische Muster an, in denen staatliche Politik gezielt zur Organisation wirtschaftlicher Interessen eingesetzt wurde.

Unter dem Deckmantel von Nachhaltigkeit und Transformation werden weiterhin Märkte erschlossen und Gewinne abgesichert.

Besonders deutlich zeigt sich dies im Mobilitätssektor. Volkswagen Financial Services South Africa positioniert sich offen als Mobilitätspartner und bietet Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Fahrzeuge von Volkswagen, Audi, Porsche oder Ducati an, um Absatzmärkte auf zwei oder vier Rädern zu sichern.

Entwicklungszusammenarbeit unterstützt hierbei nicht den Absatz einzelner Produkte, sondern ermöglicht über den Aufbau von Finanzinfrastruktur, Regulierung und Risikominimierung erst kreditbasierte Konsummodelle. Sie schafft die politischen, regulatorischen und finanziellen Bedingungen, unter denen Marktexpansion stattfinden kann.

Das ist keine humanitäre Hilfe, sondern ein strategisches Weiterdenken von Gewinnmaximierung unter veränderten diskursiven Vorzeichen.

Diese Absatzmärkte sind insbesondere deshalb von zentraler Bedeutung, weil deutsche und europäische Unternehmen seit Jahren massive Überschüsse erzielen. Eine kapitalfreundliche Steuerpolitik, unzureichende Umverteilung und die systematische Begünstigung von Vermögens- und Unternehmensgewinnen haben zu einer hohen Kapitalakkumulation geführt.

Entwicklungspolitik dient in diesem Kontext nicht dem Abbau globaler Ungleichheit, sondern der Stabilisierung wirtschaftlicher Interessen. Zusammenarbeit wird dort priorisiert, wo neue Märkte Sicherheit für bestehende Überschüsse versprechen.

In einer Zeit multipler globaler Krisen verschärft sich diese Dynamik weiter. Klimakrise, soziale Ungleichheit, autoritäre Machtverschiebungen und gewaltsame Konflikte treffen auf ein internationales System, das zunehmend ausgehöhlt wird.

Kürzungen in der internationalen Zusammenarbeit sind Teil einer politischen Verschiebung, bei der Mittel in Richtung Militarisierung umgelenkt werden, während zivile Entwicklungszusammenarbeit an Bedeutung verliert.

Gleichzeitig ziehen sich die USA zunehmend aus multilateralen entwicklungspolitischen Verpflichtungen zurück. Diese Entwicklungen destabilisieren das internationale System weiter und verschärfen globale Ungleichheiten.

Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Kürzungen der Bundesregierung besonders problematisch.

Innerhalb der Weltbankgruppe werden unterschiedliche Prioritäten gesetzt. Während andere Bereiche der Weltbank weiter gestärkt werden, obwohl sie gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds durch Strukturanpassungsprogramme soziale Sicherungssysteme geschwächt und staatliche Handlungsspielräume massiv eingeschränkt haben, wird ausgerechnet bei der Internationalen Entwicklungsorganisation gekürzt.

Die Internationale Entwicklungsorganisation ist Teil der Weltbankgruppe und stellt konzessionäre Finanzierung für die ärmsten Länder bereit. Diese Mittel vermeiden Überschuldung, ermöglichen soziale Investitionen und reduzieren Armut nachweislich.

Kürzungen bei der Internationalen Entwicklungsorganisation sind daher keine Randentscheidung, sondern ein politisches Signal gegen globale Umverteilung und soziale Gerechtigkeit.

Ein glaubwürdiges Bekenntnis zu dekolonialen und feministischen Ansätzen erfordert

mehr als programmatische Leitlinien. Es erfordert die Abgabe von Macht, die Umverteilung von Ressourcen und die Anerkennung lokaler politischer Akteure als gleichberechtigte Entscheidungsträger.

Lokale zivilgesellschaftliche Organisationen sind keine Dienstleister deutscher Politik, sondern politische Akteure mit eigener Agenda. KETAAKETI arbeitet seit Jahren auf dieser Grundlage.

Das BMZ betont weiterhin die zentrale Rolle der Zivilgesellschaft in der Entwicklungszusammenarbeit. Ob die Bundesregierung bereit ist, diese Logik konsequent umzusetzen, bleibt offen.

Als Vorstand von KETAAKETI verstehen wir diese Stellungnahme nicht als punktuelle Kritik, sondern als Ausdruck unseres politischen Selbstverständnisses.


Wir sehen Entwicklungspolitik nicht als technisches Politikfeld, sondern als Teil globaler Machtverhältnisse, die historisch gewachsen sind und bis heute fortwirken. Diese Verhältnisse zu benennen und zu verändern ist für uns keine Option, sondern Auftrag.

KETAAKETI wird auch künftig an der Seite lokaler zivilgesellschaftlicher Akteure stehen und ihre politischen, sozialen und wirtschaftlichen Kämpfe unterstützen. Wir arbeiten nicht für Zielgruppen, sondern mit Partnerinnen und Partnern, die ihre eigenen Prioritäten setzen und ihre eigenen Wege gehen.

Solidarität bedeutet für uns, Macht zu teilen, Ressourcen umzuverteilen und Kontrolle abzugeben.

Wir erwarten von der Bundesregierung nicht nur Reformankündigungen, sondern konkrete politische Entscheidungen. Dazu gehören der Schutz und der Ausbau ziviler Entwicklungszusammenarbeit, eine klare Abkehr von interessengeleiteter Markterschließung unter entwicklungspolitischem Deckmantel sowie ein glaubwürdiges Bekenntnis zu dekolonialen und
feministischen Ansätzen, das sich in Budgetentscheidungen, Förderlogiken und institutionellen Strukturen widerspiegelt.

Als neuer Vorstand werden wir diese Ansprüche deutlich vertreten. Wir werden politische Entscheidungen kritisch begleiten, Widersprüche benennen und Allianzen mit Akteuren des Globalen Südens und mit sozialen Bewegungen stärken. KETAAKETI versteht sich als Teil einer transnationalen Bewegung für globale Gerechtigkeit. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte nicht zu scheuen, wenn sie notwendig sind.


Globale Gerechtigkeit entsteht nicht durch Anpassung an bestehende Machtverhältnisse, sondern durch ihren Wandel. Dafür steht KETAAKETI.

Frauengruppe, die die zinsfreie KETAAKETI Startfinanzierung mit Weitergabe erhält.

Unsere Partner in dem zentralafrikanischen Land sind Indegenous Women for Health and Equality. Die NGO, unter Leitung von Dr. Esther Alenge und Joseph Mbokani, ist in Uvira, am Tanganjikasee nahe der burundischen Grenze, aktiv. 


In der DR Kongo kommt es regelmäßig zu Spannungen und bewaffneten Konflikten, besonders im Westen des Landes. Uvira liegt nicht im Kriegsgebiet, aber nahe daran. Spannungen und bewaffnete Übergriffe beeinflussen Alltag und Wirtschaft. Internationale Akteure arbeiten an diplomatischen Initiativen und lokalen Friedensprozessen, doch die Situation hat sich noch nicht beruhigt.



In Uvira arbeitet unsere Partnerorganisation eng mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um mithilfe von KETAAKETI Startfinanzierungen wirtschaftliche Resilienz, mit Fokus auf Sicherheit, Würde und Teilhabe aller, aufzubauen. 

Frauengruppe, die die zinsfreie KETAAKETI Startfinanzierung mit Weitergabe erhält.

Unsere Partner in dem zentralafrikanischen Land sind Indegenous Women for Health and Equality. Die NGO, unter Leitung von Dr. Esther Alenge und Joseph Mbokani, ist in Uvira, am Tanganjikasee nahe der burundischen Grenze, aktiv. 


In der DR Kongo kommt es regelmäßig zu Spannungen und bewaffneten Konflikten, besonders im Westen des Landes. Uvira liegt nicht im Kriegsgebiet, aber nahe daran. Spannungen und bewaffnete Übergriffe beeinflussen Alltag und Wirtschaft. Internationale Akteure arbeiten an diplomatischen Initiativen und lokalen Friedensprozessen, doch die Situation hat sich noch nicht beruhigt.



In Uvira arbeitet unsere Partnerorganisation eng mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um mithilfe von KETAAKETI Startfinanzierungen wirtschaftliche Resilienz, mit Fokus auf Sicherheit, Würde und Teilhabe aller, aufzubauen. 

Nico Weers
Master of Development Practice at UC Berkeley
Vorstandsvorsitzender von KETAAKETI e.V.

INDIGENOUS WOMEN FOR HEALTH AND EQUALITY

ist eine unabhängige, gemeinnützige, unpolitische, konfessionslose Organisation, die 2020 im Distrikt Süd-Kivu von einer Gruppe indigener Frauen und Mädchen gegründet wurde, um gegen ihre mangelnde Selbstbestimmung und die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten zu kämpfen, denen sie in lokalen und nationalen Gemeinschaften ausgesetzt sind.


Insbesondere die Unterstützung von Frauen, die nach einer Vergewaltigung vom Ehemann verlassen, von der Familie verstoßen und vom Dorf stigmatisiert wurden, hat sich zu einem Kernarbeitsfeld von IWHE entwickelt.


Die Gründerin und Leiterin der Organisation ist eine junge Ärztin, Dr. Esther Allenge, die sich um die medizinische und psychologische Betreuung kümmert.

Dr. Esther Allenge, Gründerin und Leiterin der Indigenous Women for Health and Equality

INDIGENOUS WOMEN FOR HEALTH AND EQUALITY

ist eine unabhängige, gemeinnützige, unpolitische, konfessionslose Organisation, die 2020 im Distrikt Süd-Kivu von einer Gruppe indigener Frauen und Mädchen gegründet wurde, um gegen ihre mangelnde Selbstbestimmung und die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten zu kämpfen, denen sie in lokalen und nationalen Gemeinschaften ausgesetzt sind.


Insbesondere die Unterstützung von Frauen, die nach einer Vergewaltigung vom Ehemann verlassen, von der Familie verstoßen und vom Dorf stigmatisiert wurden, hat sich zu einem Kernarbeitsfeld von IWHE entwickelt.


Die Gründerin und Leiterin der Organisation ist eine junge Ärztin, Dr. Esther Allenge, die sich um die medizinische und psychologische Betreuung kümmert.

Dr. Esther Allenge, Gründerin und Leiterin der Indigenous Women for Health and Equality

KETAAKETI Startfinanzierungen - Erfolge

KETAAKETI Startfinanzierungen - Erfolge

2023 starteten die ersten 30 Frauen mit zinsfreien KETAAKETI Startfinanzierungen. Die ersten Empfängerinnen konnten die Gelder bereits erfolgreich an eine nächste Gruppe weitergeben. Und dies trotz schwierigster Rahmenbedingungen! 


Nun starten parallel weitere 30 Frauen, die kürzlich ihre Startfinanzierungen erhielten, mit ihrer Existenzgründung. Die kleinen Unternehmen konzentrierten sich bei den ersten "Generationen" der Startfinanzierung zunächst auf Marktstände. Mittlerweile gibt es eine viel größere Bandbreite von Unternehmungen, z.B. Zucht von Schweinen, Hühnern und Ziegen, Gemüseanbau, Verkauf von Schneiderei-Bedarf, Geschirr oder Benzin und sogar ein kleines Restaurant. 

2023 starteten die ersten 30 Frauen mit zinsfreien KETAAKETI Startfinanzierungen. Die ersten Empfängerinnen konnten die Gelder bereits erfolgreich an eine nächste Gruppe weitergeben. Und dies trotz schwierigster Rahmenbedingungen! 


Nun starten parallel weitere 30 Frauen, die kürzlich ihre Startfinanzierungen erhielten, mit ihrer Existenzgründung. Die kleinen Unternehmen konzentrierten sich bei den ersten "Generationen" der Startfinanzierung zunächst auf Marktstände. Mittlerweile gibt es eine viel größere Bandbreite von Unternehmungen, z.B. Zucht von Schweinen, Hühnern und Ziegen, Gemüseanbau, Verkauf von Schneiderei-Bedarf, Geschirr oder Benzin und sogar ein kleines Restaurant. 

Impressionen der Geldübergabe

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Wir wünschen allen Frauen viel Kraft, Durchhaltevermögen und Erfolg bei ihren Unternehmungen, trotz der unsicheren und gefährlichen Rahmenbedingungen, sowie ein nachhaltiges, gesichertes Einkommen und die Stärkung ihrer Gemeinschaft! 

Wir wünschen allen Frauen viel Kraft, Durchhaltevermögen und Erfolg bei ihren Unternehmungen, trotz der unsicheren und gefährlichen Rahmenbedingungen, sowie ein nachhaltiges, gesichertes Einkommen und die Stärkung ihrer Gemeinschaft! 

DR Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (1971–1997 Zaire) ist das flächenmäßig größte afrikanische Land südlich der Sahara. Fast 100 Millionen Einwohner gehören über 200 Ethnien an; Französisch ist Verkehrssprache und etwa die Hälfte bekennt sich zur katholischen Kirche.

Das Land wird vom Äquator durchquert, daher feucht-warmes Klima. Busch- und Tropenwald dominieren im Kongobecken; Osten und Süden werden von Gebirgen begrenzt, dort lagern bedeutende Bodenschätze.

Die Bevölkerung zählt zu den ärmsten der Welt. 2006 ergab eine Regierungserhebung: 76 % konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken, 79 % unterernährt, 81 % hatten keinen ausreichend Wohnraum und 82 % keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. 2018 wurden in den östlichen Provinzen rund 5 Millionen Menschen, die Hunger litten, gezählt.

Im Osten liegen Nord- und Süd-Kivu, die stark von Konflikten betroffen sind. Südkivu grenzt an den Kivu-See sowie an Ruanda und Burundi; Kinshasa hat geringen administrativen Einfluss, die Provinz verwaltet sich eigenständig für rund 6 Millionen Einwohner.

Bei wiederkehrenden Kämpfen zwischen Armee, Rebellen und bewaffneten Gruppen werden Menschenrechte kaum respektiert; Vergewaltigung war und ist als Kriegswaffe verbreitet, es gibt wiederholt Berichte über Massenvergewaltigungen.

Aktuelle Entwicklungen (Stand ca. 2024–2025): Fortlaufende Friedensverhandlungen und Anpassungen in der Sicherheitslage, sowie internationale humanitäre Hilfe bleiben zentral. Nahrungsmittelunsicherheit bleibt hoch, insbesondere in östlichen Provinzen; Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung variiert stark regional.

DR Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (1971–1997 Zaire) ist das flächenmäßig größte afrikanische Land südlich der Sahara. Fast 100 Millionen Einwohner gehören über 200 Ethnien an; Französisch ist Verkehrssprache und etwa die Hälfte bekennt sich zur katholischen Kirche.

Das Land wird vom Äquator durchquert, daher feucht-warmes Klima. Busch- und Tropenwald dominieren im Kongobecken; Osten und Süden werden von Gebirgen begrenzt, dort lagern bedeutende Bodenschätze.

Die Bevölkerung zählt zu den ärmsten der Welt. 2006 ergab eine Regierungserhebung: 76 % konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken, 79 % unterernährt, 81 % hatten keinen ausreichend Wohnraum und 82 % keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. 2018 wurden in den östlichen Provinzen rund 5 Millionen Menschen, die Hunger litten, gezählt.

Im Osten liegen Nord- und Süd-Kivu, die stark von Konflikten betroffen sind. Südkivu grenzt an den Kivu-See sowie an Ruanda und Burundi; Kinshasa hat geringen administrativen Einfluss, die Provinz verwaltet sich eigenständig für rund 6 Millionen Einwohner.

Bei wiederkehrenden Kämpfen zwischen Armee, Rebellen und bewaffneten Gruppen werden Menschenrechte kaum respektiert; Vergewaltigung war und ist als Kriegswaffe verbreitet, es gibt wiederholt Berichte über Massenvergewaltigungen.

Aktuelle Entwicklungen (Stand ca. 2024–2025): Fortlaufende Friedensverhandlungen und Anpassungen in der Sicherheitslage, sowie internationale humanitäre Hilfe bleiben zentral. Nahrungsmittelunsicherheit bleibt hoch, insbesondere in östlichen Provinzen; Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung variiert stark regional.

Hinweis: Die Autor*innen und Vorstandsmitglieder äußern sich in diesem Beitrag ausschließlich in persönlicher und zivilgesellschaftlicher Funktion bei KETAAKETI e.V.. Etwaige berufliche Tätigkeiten stehen in keinem Zusammenhang mit diesem Text und spiegeln nicht die Ansichten ihrer jeweiligen Arbeitgeber oder Institutionen wider.



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